Buch: Kerstin Holzer – Thomas Mann macht Ferien 👍🏻
In „Thomas Mann macht Ferien“ erleben wir den Nobelpreisträger im Urlaubsmodus – wobei „Entspannung“ bei Mann ein relativer Begriff bleibt. Während die Familie die Idylle am Tegernsee genießt, rattert in seinem Kopf das gewohnte Getriebe aus literarischem Schaffen, politischem Weltgeschehen und quälenden Selbstzweifeln. Das Buch zeichnet das Porträt eines sperrigen Charakters und wirft mitunter ironischen Blick auf den Autor.

Man muss allerdings die tief verwurzelte Attitüde dieser besonderen Familie aushalten. Mit dem sprichwörtlichen goldenen Löffel im Mund schreibt es sich eben deutlich leichter; auch der Trubel einer Großfamilie verliert seinen Schrecken, wenn im Hintergrund die Dienstboten lautlos das Management übernehmen. Dennoch: Ein hervorragend recherchiertes Werk, das geschickt historische Zeitkolorit nutzt, um Lücken in der Faktenlage zu füllen.
Bei der Bewertung habe ich zwischen mittel und top geschwankt. Für die eigenen Ferien ist das Büchlein eine unterhaltsame Lektüre und Mann war ein Hundefreund – das gibt Bonuspunkte!