A Nod's As Good As A Wink...To A Blind Horse

Trink aus, wir müssen gehen! – Die Hosen verabschieden sich

Das Album der Woche 23/2026 ist ein echter „Kein-Gehirner“, wie man im Englischen so schön sagt. Ganze 43 Jahre (!) nach der Veröffentlichung ihres Debüts Opelgang verabschieden sich Die Toten Hosen mit ihrem letzten regulären Studioalbum und dem treffenden Titel Trink aus, wir müssen gehen!.

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Wer hätte am Anfang gedacht, dass es diese Band mit ihren schlicht arrangierten Songs so lange geben und sie über die Jahre einen derartigen Erfolg feiern würde?

Die Hosen begleiten mich schon seit meiner Jugend; als Schüler haben wir rauf und runter ihre Platten gehört (wo ist nur die Zeit geblieben?). Den absoluten Durchbruch feierte die Truppe mit dem Meisterwerk Ein kleines bisschen Horrorschau und der Single Hier kommt Alex. Danach wurde es für einige Jahre ruhiger. Aus meiner Sicht hatten die Autodidakten um Kuddel (den einzigen echten Musiker der Band) damals ihren Drive etwas verloren – bis ihnen 2012 mit dem Mega-Erfolg Ballast der Republik ein fulminantes Comeback gelang. Einen Song wie „Tage wie diese“ dürfte sich wohl jeder Musiker auf dieser Erde wünschen. Alleine dieses Lied sichert den Autoren vermutlich bis ans Lebensende nicht nur den Urlaub, sondern auch die Miete.

2012 war auch das Jahr, in dem ich Die Toten Hosen das einzige Mal live gesehen habe – im Hallenstadion in Zürich, zusammen mit meinem damals zehnjährigen Sohn, für den das mit Sicherheit ein unvergessliches Erlebnis war. Schon damals war es beinahe unmöglich, an Karten zu kommen, und von den Preisen möchten wir gar nicht erst reden (mit Punk hatte das jedenfalls nichts mehr zu tun). Seither habe ich kein Konzert mehr besucht, da mir diese Riesenveranstaltungen schlichtweg zu ungemütlich und zu teuer sind.

„Trink aus, wir müssen gehen!“ ist eine Platte, die mir richtig Spaß macht. Ich habe mir die Vinyl-Variante mit der Extra-Scheibe „Alles muss raus“ geleistet, auf der mehr oder weniger bekannte Songs zusammen mit Gast-Sängern neu aufgenommen wurden. Mir gefällt das Abschiedswerk der Hosen jetzt schon besser als Laune der Natur, das mit der epischen Vorgängerplatte nicht ganz mithalten konnte.

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Echten Punk machen die Hosen natürlich längst nicht mehr, sie sind seit Jahrzehnten im Mainstream angekommen. Davon zeugt auch, dass pünktlich zum Release des neuen Albums die Marketingmaschine auf Hochtouren läuft.

Campino im Hotel Matze (YouTube)

Trotzdem bleibe ich der einstigen Chaostruppe freundschaftlich verbunden und wünsche den gesetzten Herren nach Abschluss ihrer begleitenden Tournee einen entspannten und wohlverdienten Ruhestand.

Die bisherigen Alben der Woche 2026 findet ihr wie gewohnt auf Album Whale.

P.S.: Rod Stewart tourt mit 81 Jahren immer noch und singt besser denn je …

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